Den Hydraulikölstand bei einem Kubota-Traktor zu prüfen, ist ganz einfach: Stellen Sie den Traktor auf einer ebenen Fläche ab, schalten Sie den Motor aus und suchen Sie den Ölpeilstab oder das Schauglas. Beides befindet sich in der Regel am hinteren Teil des Traktors. In dieser Anleitung erfahren Sie, wie Sie dabei Schritt für Schritt vorgehen und welche typischen Fehler Sie vermeiden sollten.
Wo befindet sich der Hydrauliköltank?
Bevor Sie den Hydraulikölstand prüfen können, müssen Sie zunächst wissen, wo sich die entsprechende Kontrollstelle befindet. Je nach Modell der Kubota-Traktoren können sich der Hydrauliköltank und die Vorrichtung zur Ölstandskontrolle an leicht unterschiedlichen Stellen befinden. In der Regel kommen jedoch einige typische Positionen infrage.
- Bei vielen Kompakt- und Kleintraktoren von Kubota befindet sich die Kontrollstelle am Heck des Traktors, häufig in der Nähe der Dreipunktaufhängung. Dort finden Sie entweder einen Ölpeilstab, der einem Motorölpeilstab ähnelt, oder einen Einfülldeckel mit einem integrierten Peilstab an der Unterseite.
- Bei anderen Modellen, insbesondere bei Traktoren mit Kabine oder einem komplexeren Rahmen, erfolgt die Kontrolle möglicherweise über ein Schauglas. Dabei handelt es sich um ein kleines, rundes Sichtfenster an der Seite des Getriebe- oder Hydraulikgehäuses. Häufig befindet es sich seitlich am Hinterachsgehäuse, manchmal direkt unter dem Fahrersitz.
- Prüfen Sie bei Bedarf beide Seiten des Traktors. Je nach Modell kann sich die Kontrollstelle links oder rechts befinden. Wenn Sie sie nicht finden, hilft ein Blick in die Betriebsanleitung. Dort finden Sie in der Regel eine genaue Abbildung, die die Position für Ihr Modell zeigt.
Wie prüft man den Hydraulikölstand bei einem Kubota-Traktor?
Je nach Modell lässt sich der Hydraulikölstand auf zwei Arten prüfen: über einen Ölpeilstab oder ein Schauglas. Beide Methoden erklären wir Ihnen Schritt für Schritt. Unabhängig davon, welche Methode bei Ihrem Traktor zum Einsatz kommt, sollten Sie zunächst die Sicherheitshinweise im nächsten Abschnitt beachten.
Methode 1: Hydraulikölstand über das Schauglas prüfen
Viele moderne Kubota-Traktoren verfügen über ein Schauglas, mit dem sich der Hydraulikölstand schnell und einfach kontrollieren lässt.

- Schauglas finden: Wie bereits erwähnt, befindet sich das Schauglas normalerweise als kleines, rundes Sichtfenster an der Seite des Hinterachs- oder Getriebegehäuses. In der Mitte kann sich ein roter Punkt oder Kreis befinden. Manche Schaugläser haben auch zwei Markierungen für den minimalen und maximalen Ölstand.
- Ölstand ablesen: Stellen Sie den Traktor auf einer ebenen Fläche ab und schalten Sie den Motor aus. Werfen Sie anschließend einen Blick auf das Schauglas.
- Liegt der Ölstand zwischen den beiden Markierungen oder befindet sich der rote Punkt beziehungsweise die Luftblase im vorgesehenen Bereich, ist der Ölstand korrekt.
- Ist das Schauglas vollständig leer und kein Öl zu sehen, ist der Ölstand zu niedrig. Füllen Sie Hydrauliköl nach.
- Ist das Schauglas vollständig mit Öl gefüllt und keine Luftblase zu erkennen, könnte der Ölstand zu hoch sein. Das kommt seltener vor, kann aber problematisch werden, wenn sich das Öl bei Erwärmung ausdehnt.
- Anbaugeräte berücksichtigen: Hier ein wichtiger Tipp, mit dem Sie ein häufiges Problem vermeiden können: Wenn Sie ein hydraulisches Anbaugerät wie einen Holzspalter oder einen hydraulischen Oberlenker anschließen, benötigen dessen Hydraulikzylinder zusätzliches Öl. Sobald Sie das Anbaugerät anschließen und die Hydraulik betätigen, wird Öl aus dem Hydrauliksystem des Traktors in die Zylinder geleitet. Dadurch sinkt der Ölstand im Schauglas. Betätigen Sie nach dem Anschließen eines neuen Anbaugeräts die Hydraulik mehrmals, damit sich die Zylinder füllen. Stellen Sie den Traktor anschließend ab und kontrollieren Sie den Ölstand erneut. Möglicherweise müssen Sie Hydrauliköl nachfüllen, um den korrekten Füllstand wiederherzustellen.
Methode 2: Hydraulikölstand mit dem Ölpeilstab prüfen
Wenn Ihr Traktor kein Schauglas hat, ist er stattdessen mit einem Ölpeilstab ausgestattet. Die Kontrolle des Hydraulik- und Getriebeölstands funktioniert im Prinzip genauso wie die Prüfung des Motorölstands.

- Ölpeilstab finden: Der Ölpeilstab befindet sich bei den meisten Kubota-Traktoren am Heck. Er hat in der Regel einen größeren Griff oder Deckel, meist in Orange oder Gelb, entweder zum Aufschrauben oder mit einem T-Griff.
- Bereich um den Deckel reinigen: Entfernen Sie zunächst mit einem sauberen Tuch Schmutz und Ablagerungen rund um den Deckel. Dieser Schritt ist besonders wichtig, denn wenn Schmutz in das Hydrauliksystem gelangt, kann er erhebliche Schäden verursachen.
- Ölstand prüfen: Ziehen Sie den Ölpeilstab heraus und wischen Sie ihn gründlich sauber. Stecken Sie ihn anschließend wieder vollständig hinein, bis er richtig sitzt. Bei einem einschraubbaren Peilstab drehen Sie ihn bis zum Anschlag fest. Ziehen Sie ihn danach erneut heraus, um den Ölstand abzulesen.
- Markierungen kontrollieren: Am Ende des Ölpeilstabs finden Sie entweder einen schraffierten Bereich für den zulässigen Ölstand oder zwei Markierungen: H für den maximalen (High) und L für den minimalen (Low) Ölstand. Da Hydrauliköl oft klar ist, lässt es sich nicht immer leicht erkennen. Halten Sie den Peilstab schräg ins Licht, damit der Ölfilm besser sichtbar wird. Der Ölstand muss innerhalb des markierten Bereichs liegen. Sie müssen also nicht unbedingt bis zur H-Markierung auffüllen. Ein Ölstand innerhalb des schraffierten Bereichs ist ausreichend. Liegt er unterhalb der L-Markierung, sollten Sie Hydrauliköl nachfüllen.
Wichtige Tipps zur Kontrolle des Hydraulikölstands
Damit Sie den Ölstand korrekt ablesen und die Kontrolle sicher durchführen können, sollten Sie die folgenden Hinweise beachten.
- Traktor auf ebenem Untergrund abstellen: Schon eine leichte Neigung kann dazu führen, dass sich das Öl verlagert und der Messwert verfälscht wird. Am besten eignet sich ein ebener Garagenboden oder eine befestigte, waagerechte Fläche.
- Motor abstellen und abkühlen lassen: Hydrauliköl dehnt sich bei Erwärmung aus. Wird der Ölstand bei warmem Öl geprüft, kann er daher höher erscheinen als tatsächlich. Bei kaltem Öl lässt sich der Füllstand in der Regel genauer beurteilen. Außerdem vermeiden Sie so Verbrennungen an heißen Bauteilen.
- Schutzausrüstung tragen: Geeignete Schutzhandschuhe schützen Ihre Hände vor Schmutz und Öl und helfen, Verletzungen zu vermeiden.
- Das richtige Hydrauliköl verwenden: Dieser Punkt ist besonders wichtig. Welche Ölsorte geeignet ist, erfahren Sie in der Betriebsanleitung Ihres Traktors. Viele Kubota-Traktoren benötigen Super UDT2 Getriebe- und Hydrauliköl. Verwenden Sie kein beliebiges Universal-Hydrauliköl, ohne vorher zu prüfen, ob es die von Kubota geforderten Spezifikationen erfüllt. Das falsche Öl kann Dichtungen beschädigen und teure Reparaturen nach sich ziehen.
Hydrauliköl verstehen: Warum es so wichtig ist
Viele halten Hydrauliköl einfach für ein weiteres Schmieröl. Tatsächlich ist es jedoch entscheidend für die Kraftübertragung Ihres Traktors. Es erfüllt weit mehr Aufgaben, als nur bewegliche Teile zu schmieren.
- Überträgt die Kraft innerhalb der Maschine. Wenn Sie einen Hebel betätigen, um den Frontlader anzuheben oder ein Anbaugerät zu bewegen, fördert die Hydraulikpumpe das Öl unter Druck durch das System. Dadurch werden schwere Lasten bewegt. Ist der Ölstand zu niedrig, kann die Pumpe Luft statt Öl ansaugen. Da sich Luft leicht komprimieren lässt, reagieren Frontlader und Anbaugeräte dann oft langsamer, schwächer oder weniger präzise. Das kann ein erstes Anzeichen für einen zu niedrigen Ölstand sein.
- Kühlt Hydraulik- und Getriebekomponenten. Diese Bauteile entwickeln während des Betriebs viel Wärme. Das Hydrauliköl zirkuliert im System, nimmt die Wärme auf und gibt sie über das Gehäuse des Traktors wieder ab. Bei zu niedrigem Ölstand kann die Wärme nicht mehr ausreichend abgeführt werden. Die Folge kann eine Überhitzung sein, die Dichtungen, Pumpen und Ventile schneller verschleißen lässt und im schlimmsten Fall dauerhafte Schäden verursacht.
- Enthält spezielle Additive. Diese Zusatzstoffe schützen das System vor Rost und Korrosion, verhindern Schaumbildung und reduzieren den Verschleiß an Zahnrädern und anderen beweglichen Bauteilen. Schaum kann die Leistung des Hydrauliksystems ebenfalls beeinträchtigen.
- Die Verwendung des falschen Hydrauliköls oder ein dauerhaft zu niedriger Ölstand können wichtige Komponenten Ihres Traktors beschädigen und kostspielige Reparaturen nach sich ziehen.
Verwenden Sie deshalb immer ein Öl, das den Herstellervorgaben entspricht, und kontrollieren Sie den Ölstand regelmäßig.
Fazit
Den Hydraulikölstand regelmäßig zu prüfen, gehört zu den einfachsten und zugleich wichtigsten Wartungsarbeiten an Ihrem Kubota-Traktor. Entdecken Sie bei der Kontrolle verschlissene Dichtungen, beschädigte Schläuche oder andere defekte Bauteile, finden Sie bei FridayParts passende Ersatzteile. Wir bieten eine große Auswahl an zuverlässigen und preisgünstigen Ersatzteilen in Erstausrüsterqualität für zahlreiche Traktormodelle.
