Wenn der Keilriemen Ihrer Maschine reißt, ist es oft gar nicht so einfach, den passenden Ersatz zu finden. Auf jedem Keilriemen befindet sich eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen. Diese Kennzeichnung verrät Ihnen genau, welchen Riemen Sie benötigen. In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie Sie die Bezeichnung eines Keilriemens richtig lesen, um den passenden Ersatzkeilriemen zu kaufen. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie Sie einen Keilriemen vermessen können, wenn die Kennzeichnung durch Verschleiß nicht mehr lesbar ist.

Wie liest man die Kennzeichnung eines Keilriemens?
Jede Keilriemen-Artikelnummer liefert auf einen Blick zwei entscheidende Informationen: das Keilriemenprofil (Querschnitt) und die Riemenlänge.
Das Profil beschreibt Breite und Form des Keilriemens und bestimmt, ob er exakt in die Riemenscheibe passt. Die Längenangabe gibt den Umfang des Riemens an. Dabei gibt es jedoch Unterschiede: Je nach Keilriementyp beziehen sich die Angaben auf die Innenlänge (Li), Außenlänge (La) oder Wirklänge/Pitch Length (Lp). Die Maße werden normalerweise in Millimetern angegeben. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Regeln zum Entschlüsseln der gängigen Keilriemen-Bezeichnungen.
1. Klassische Keilriemen (A / B / C / D / E)
Klassische Keilriemen sind universell einsetzbar und kommen häufig in Landmaschinen, Baumaschinen und Industrieanlagen zum Einsatz. Sie sind in den fünf Standardprofilen A, B, C, D und E erhältlich.
Kennzeichnung: Profilbuchstabe + Innenlänge (Li) in Zoll
Beispiel: B98
B = Keilriemenprofil B (obere Breite: ca. 17 mm)
98 = Innenumfang von 98 Zoll (ca. 2.489 mm)
2. Schmalkeilriemen (3V / 5V / 8V)
Schmalkeilriemen besitzen ein schmaleres und tieferes Profil als klassische Keilriemen. Dadurch können sie bei kompakter Bauweise höhere Leistungen übertragen und eignen sich besonders für stark belastete Maschinen. Die gängigen Profile sind 3V, 5V und 8V.
Kennzeichnung: Profilcode + Außenlänge (La) in Zehntel Zoll
Zur Ermittlung der tatsächlichen Länge wird die Zahl durch 10 geteilt.
Beispiel: 5V500
5V = Schmalkeilriemen-Profil 5V (obere Breite: ca. 15,9 mm)
500 = Außenumfang von 50 Zoll (500 ÷ 10 = 50 Zoll, ca. 1.270 mm)
3. Metrische Schmalkeilriemen (SPZ / SPA / SPB / SPC)
Diese Schmalkeilriemen entsprechen metrischen Normen und werden vor allem bei europäischen und anderen nicht-nordamerikanischen Maschinen eingesetzt. Zu den gängigen Profilen gehören SPZ, SPA, SPB und SPC.
Kennzeichnung: Profilcode + Wirklänge (Lp) in Millimetern
Die Wirklänge (Lp) wird entlang der Zugträger im Inneren des Keilriemens gemessen und gilt als die präziseste Referenz für die Auswahl eines Ersatzriemens.
Beispiel: SPA1500
SPA = Schmalkeilriemen-Profil SPA (obere Breite: 12,7 mm)
1500 = Wirklänge von 1.500 mm
Zur Orientierung: SPA732 bezeichnet dasselbe SPA-Profil mit einer Wirklänge von 732 mm.
4. Kombinierte Keilriemen-Bezeichnungen
Viele Hersteller verwenden kombinierte Artikelnummern, die sowohl metrische Maße als auch standardisierte Profilbezeichnungen enthalten. Diese doppelte Kennzeichnung erleichtert die Auswahl des passenden Ersatzkeilriemens und reduziert Verwechslungen.
Beispiel: 13×3048La (A118)
13 = obere Breite von 13 mm, entspricht einem klassischen A-Profil
3048La = Außenlänge von 3.048 mm
(A118) = entsprechender Standardcode: A-Profil mit einer Innenlänge von 118 Zoll (ein A-Profil mit 3.048 mm Außenlänge entspricht einem A118-Keilriemen)
5. Häufiges Suffix „X“ – Zahnkeilriemen
Am Ende vieler Keilriemen-Bezeichnungen findet sich ein „X“, beispielsweise BX98 oder 5VX500. Dieses „X“ kennzeichnet einen Zahnkeilriemen (auch gezahnter Keilriemen oder Cogged V-Belt genannt). Im Vergleich zu klassischen ummantelten Keilriemen sind Zahnkeilriemen flexibler, entwickeln weniger Wärme und arbeiten effizienter – insbesondere bei Maschinen mit kleinen Riemenscheiben. Dadurch eignen sie sich hervorragend für Anwendungen mit hohen Drehzahlen oder engen Umlenkradien.

Keilriemen messen: Was tun, wenn die Kennzeichnung nicht mehr lesbar ist?
Mit der Zeit kann die aufgedruckte Keilriemen-Kennzeichnung durch Verschleiß vollständig verschwinden. In diesem Fall müssen Sie den Keilriemen manuell messen, um den passenden Ersatzkeilriemen zu bestimmen. Die Vermessung erfolgt in zwei Schritten: Zuerst wird das Keilriemenprofil (Querschnitt) ermittelt, anschließend die Riemenlänge.
Schritt 1: Das Keilriemenprofil (Querschnitt) bestimmen
Bevor Sie die Länge des Keilriemens messen können, müssen Sie zunächst das Profil bestimmen. Verwenden Sie dafür am besten einen Messschieber, um die obere Breite und die Höhe (Riemendicke) des Keilriemens präzise in Millimetern (mm) zu messen. Ein gewöhnliches Maßband oder ein Gliedermaßstab ist hierfür nicht genau genug.
Vergleichen Sie anschließend die beiden gemessenen Werte mit einer Keilriemen-Profilliste bzw. einer Keilriemen-Maßtabelle, um das entsprechende Keilriemenprofil (z. B. A, B, SPA oder SPB) eindeutig zu bestimmen.
| Profil (Querschnitt) | Obere Breite (Zoll) | Obere Breite (mm) |
|---|---|---|
| 3L | 3/8″ | 9,5 mm |
| A (4L) | 1/2″ | 13 mm |
| B (5L) | 21/32″ | 17 mm |
| C | 7/8″ | 22 mm |
| 3V | 3/8″ | 9,7 mm |
| 5V | 5/8″ | 15,8 mm |
Schritt 2: Keilriemenlänge messen und richtig umrechnen
Sobald Sie das Keilriemenprofil bestimmt haben, können Sie die Riemenlänge messen. Die zuverlässigste Methode besteht darin, die Außenlänge (Lo) bzw. den Außenumfang des Keilriemens zu messen. Verwenden Sie dafür ein flexibles Maßband. Alternativ können Sie eine Markierung auf dem Keilriemen anbringen, ihn auf eine ebene Fläche legen und ihn einmal vollständig abrollen. Markieren Sie dabei Start- und Endpunkt und messen Sie anschließend den Abstand zwischen beiden Markierungen.
Anschließend müssen Sie die gemessene Außenlänge (Lo) in die für die Bestellung maßgebliche Nennlänge umrechnen. Bei klassischen Keilriemen (A-, B- und C-Profil) entspricht dies der Innenlänge (Li). Verwenden Sie hierfür die folgenden branchenüblichen Umrechnungswerte:
- A-Profil: Von der Außenlänge 2 Zoll (50,8 mm) abziehen.
- B-Profil: Von der Außenlänge 3 Zoll (76,2 mm) abziehen.
- C-Profil: Von der Außenlänge 4 Zoll (101,6 mm) abziehen.
Beispiel: Sie messen einen Keilriemen und stellen fest, dass seine obere Breite 21/32 Zoll (ca. 17 mm) beträgt. Damit handelt es sich um einen Keilriemen des Profils B. Anschließend messen Sie den Außenumfang und erhalten 101 Zoll (ca. 2.565 mm). Zur Ermittlung der Artikelbezeichnung ziehen Sie den Umrechnungswert für das B-Profil ab:
101 Zoll (Außenlänge) – 3 Zoll = 98 Zoll (Innenlänge)
Der passende Ersatzkeilriemen lautet somit: B98
Den richtigen Ersatzkeilriemen kaufen
Die Keilriemen-Kennzeichnung liefert bereits die wichtigsten Informationen. Dennoch sollten Sie vor dem Kauf einige Punkte überprüfen, damit der neue Keilriemen perfekt zu Ihrer Maschine passt.
Das richtige Keilriemenprofil zur Riemenscheibe wählen: Ein Keilriemen überträgt seine Kraft, indem er sich fest an die Flanken der Riemenscheibe anlegt. Ist der Keilriemen zu schmal, sitzt er zu tief in der Nut und kann die Leistung nicht optimal übertragen. Ist er zu breit, liegt er zu hoch auf, rutscht leichter durch und verschleißt deutlich schneller. Kontrollieren Sie daher immer, dass das Keilriemenprofil exakt zur Nut Ihrer Riemenscheibe passt.
Die passende Keilriemen-Ausführung auswählen: Besitzt Ihre Maschine kleine Riemenscheiben, empfiehlt sich ein Zahnkeilriemen (z. B. BX, 5VX). Durch die Zahnung ist der Keilriemen flexibler, entwickelt weniger Wärme und hält dauerhaftem Biegen wesentlich besser stand. Bei staubigen, schmutzigen oder stark abrasiven Einsatzbedingungen sind dagegen ummantelte Standard-Keilriemen die bessere Wahl, da sie insgesamt eine höhere Verschleißfestigkeit bieten.
Verbundkeilriemen für hohe Belastungen verwenden: Bei Anwendungen mit hohen Belastungen, Stoßbeanspruchung oder großem Achsabstand zwischen den Riemenscheiben empfiehlt sich ein Verbundkeilriemen. Ein Verbundkeilriemen besteht aus mehreren einzelnen Keilriemen, die über eine gemeinsame Deckschicht miteinander verbunden sind. Dadurch wird verhindert, dass einzelne Riemen sich verdrehen, durchrutschen oder aus der Riemenscheibe springen.
Auch die Artikelnummer gibt Auskunft über den Aufbau. Beispiel: 3/5V500
- 3 = dreirippiger Verbundkeilriemen
- 5V = Keilriemenprofil 5V
- 500 = Außenlänge von 50 Zoll (ca. 1.270 mm)
Fazit
Wenn Sie die Keilriemen-Kennzeichnung richtig lesen, können Sie den passenden Ersatzkeilriemen schnell und sicher auswählen. Entscheidend sind dabei das Keilriemenprofil, die richtige Länge und die passende Bauart für Ihre Anwendung. Ist die Kennzeichnung auf dem alten Keilriemen nicht mehr lesbar, genügt es, Breite und Gesamtlänge sorgfältig zu messen, um alle erforderlichen Spezifikationen zu bestimmen. Bei FridayParts finden Sie langlebige und preisgünstige Ersatzkeilriemen sowie zahlreiche weitere Ersatzteile direkt ab Lager. Unsere Keilriemen sind mit Maschinen der meisten führenden Hersteller kompatibel, sodass Sie jederzeit den passenden Ersatz für Ihre Maschine finden.
