Ein zu hoher Öldruck ist für den Betrieb von Maschinen gefährlich. Steigt der Druck plötzlich stark an, verlangsamt sich der Ölfluss oder wird sogar blockiert. Wichtige Bauteile erhalten dann nicht mehr genügend Schmierung. Läuft die Maschine längere Zeit unter hoher Last, steigt die Motortemperatur deutlich schneller an, und die inneren Komponenten verschleißen erheblich schneller.
Wer die Ursachen für hohen Öldruck kennt, kann Probleme frühzeitig erkennen und so schwere Motorschäden sowie kostspielige Reparaturen vermeiden.
Was ist hoher Öldruck?
Von hohem Öldruck spricht man, wenn der Öldruck im Motor über dem vom Hersteller angegebenen Normalbereich liegt. Viele glauben, höherer Druck bedeute bessere Schmierung – das ist jedoch falsch. In den meisten Fällen weist hoher Öldruck auf eine Verstopfung im Schmiersystem hin. Diese zwingt die Ölpumpe dazu, deutlich mehr Druck aufzubauen. Das Problem dabei: Das Öl erreicht die wichtigen Bauteile nicht mehr richtig – etwa Lager, Nockenwellen oder Turbolader.
Wie hoch ist der normale Öldruckbereich?
Bei den meisten schweren Dieselmotoren in Baggern und Radladern liegt ein gesunder Öldruck typischerweise bei etwa 0,7–1,7 bar im niedrigen Leerlauf. Bei normaler Betriebsdrehzahl unter Last beträgt er in der Regel 2,8–4,8 bar.
Hinweis: Dies sind lediglich allgemeine Richtwerte. Der zuverlässigste Weg, den exakten Öldruckbereich für Ihre Maschine zu ermitteln, ist ein Blick in das jeweilige Service-Handbuch des Herstellers.
Der Betrieb des Motors mit übermäßig hohem Öldruck ist gefährlich. Er kann Dichtungen und Dichtungsringe beschädigen und den Ölfilter extrem belasten – so stark, dass der Filter sich verformen oder sogar aufplatzen kann. Durch den eingeschränkten Ölfluss infolge der Verstopfung beschleunigt sich der Verschleiß der Bauteile erheblich. In schweren Fällen kann dies sogar zu einem vollständigen Motorausfall führen.

Was sind die Ursachen für hohen Öldruck?
In den meisten Fällen lassen sich die Ursachen drei Kategorien zuordnen: falsche Anzeige, falsches Öl oder Verstopfungen im Ölsystem. Die häufigsten Gründe bei Baumaschinen sind:
Defekter Sensor oder fehlerhafte Anzeige
Bevor Sie den Motor zerlegen, prüfen Sie zuerst den Sensor. Der Öldrucksensor übermittelt die Druckwerte an die Anzeige im Fahrerhaus. Ist er defekt, kann er einen falschen hohen Öldruck anzeigen. Auch das Instrument selbst kann fehlerhaft sein.
Das ist der beste Fall – ein elektrisches Problem, kein mechanischer Schaden.
Falsches Öl (zu hohe Viskosität)
Ist das Öl zu dickflüssig – etwa bei Verwendung eines ungeeigneten Öls bei kalten Temperaturen – fließt es schlechter, wodurch der Druck stark ansteigt. Das zeigt sich besonders beim Kaltstart, wenn die Ölpumpe große Mühe hat, das zähe Öl durch das System zu drücken. Verwenden Sie immer die im Handbuch empfohlene Ölviskosität.
Blockiertes Überdruckventil
Das Überdruckventil soll überschüssigen Druck ableiten. Ist es durch Schmutz oder Ablagerungen blockiert und bleibt geschlossen, steigt der Öldruck extrem an und gefährdet das gesamte Schmiersystem.
Verstopfter Ölfilter
Wird der Ölfilter zu lange nicht gewechselt, blockiert er den Ölfluss und erzeugt Rückstau, wodurch der Druck ansteigt. Zwar besitzen die meisten Filter ein Bypass-Ventil, doch das ist nur eine Notlösung und ein klares Zeichen für versäumte Wartung.
Verstopfte Ölkanäle
Im Motor verlaufen viele kleine Ölkanäle, die alle beweglichen Teile versorgen. Bei mangelnder Wartung können sich dort Schlamm und Ablagerungen bilden. Die Pumpe presst weiter Öl hinein, der Druck steigt – doch der tatsächliche Ölfluss nimmt ab.
Anzeichen für zu hohen Öldruck
Neben der Warnanzeige im Armaturenbrett treten meist folgende Symptome auf:
- Öldruck bleibt dauerhaft zu hoch: Auch bei warmem Motor liegt der Zeiger im oberen oder sogar roten Bereich.
- Plötzliche Öllecks: Zu hoher Druck kann Dichtungen herausdrücken – Öl tritt am Ventildeckel, an der Ölwanne oder an den Kurbelwellendichtringen aus.
- Aufgeblähter oder geplatzter Ölfilter: In Extremfällen verformt sich der Filter oder reißt auf, wodurch das gesamte Öl schlagartig verloren geht.
- Blauer Rauch aus dem Auspuff: Überdruck im Kurbelgehäuse drückt Öl in den Brennraum, das dort verbrennt.
- Ungewöhnliche Motorgeräusche: Bei blockierten Ölkanälen erhalten manche Bauteile kein Öl mehr – lautes Klappern oder Ticken kann die Folge sein.
Wie behebt man hohen Öldruck?
Gehen Sie systematisch vor und beginnen Sie mit den einfachsten und günstigsten Prüfungen. Betreiben Sie die Maschine nicht weiter, bevor die Ursache gefunden ist.
1. Öldruckanzeige überprüfen
Verwenden Sie ein mechanisches Öldruckprüfgerät. Entfernen Sie den originalen Sensor und schließen Sie das Prüfgerät an. Starten Sie den Motor und vergleichen Sie die Werte.
- Mechanisches Manometer zeigt normal, Anzeige im Fahrerhaus zu hoch → Sensor oder Anzeige defekt
- Beide Anzeigen zeigen zu hohen Druck → mechanisches Problem, weitere Prüfung nötig
2. Öl und Ölfilter prüfen
Lassen Sie das Öl ab und kontrollieren Sie es. Ist es sehr dickflüssig? Wurde die falsche Ölsorte verwendet? Prüfen Sie auch den Ölstand – zu viel Öl kann ebenfalls Probleme verursachen.
Verwenden Sie das vom Hersteller empfohlene Öl und einen hochwertigen Filter. Bei vielen schweren Dieselmotoren sind 15W-40 oder 10W-30 üblich – immer im Handbuch nachsehen.
3. Alten Ölfilter untersuchen
Werfen Sie ihn nicht sofort weg. Schneiden Sie das Gehäuse vorsichtig auf und prüfen Sie das Filterelement:
- Viel Schlamm: Hinweis auf schlechte Wartung und mögliche verstopfte Ölkanäle
- Metallspäne: Glänzende Partikel oder magnetische Späne deuten auf schweren Motorschaden hin
In diesem Fall ist hoher Öldruck nur ein Symptom – der Motor benötigt eine komplette Zerlegung.
4. Überdruckventil prüfen
Besteht das Problem weiterhin, kontrollieren Sie das Überdruckventil. Es sitzt meist in oder nahe der Ölpumpe. Dafür muss oft die Ölwanne entfernt werden. Reinigen Sie das Ventil und prüfen Sie, ob sich der Kolben frei bewegt und die Feder intakt ist. Häufig wird die gesamte Ölpumpe ersetzt, inklusive neuem Ventil.
5. Fachbetrieb bei verstopften Ölkanälen
Sind Sensor, Öl und Überdruckventil in Ordnung, liegt das Problem vermutlich tief im Motor. Die Reinigung verstopfter Ölkanäle erfordert umfangreiche Demontage und sollte von erfahrenen Fachkräften durchgeführt werden.
Wie lässt sich hoher Öldruck vermeiden?
Halten Sie den Ölstand im vorgeschriebenen Bereich, wechseln Sie Öl und Filter regelmäßig und verwenden Sie stets die empfohlene Viskosität. Werfen Sie beim Arbeiten gelegentlich einen Blick auf die Öldruckanzeige – ungewöhnliche Werte früh zu erkennen kann später sehr teure Reparaturen verhindern.
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